Bharatanatyam

Eine kurze Einführung in den indischen Tanzstil Bharatanatyam

Bharatanatyam ist ein klassischer Tanz aus Südindien und wird dort schon seit circa 2000 Jahren praktiziert. Er entstand in hinduistischen Tempeln, in denen Tänzerinnen die Götter mit ihrem Tanz verehrten und unterhielten. Nach einer Phase des Niedergangs unter der britischen Kolonialherrschaft wurde er von engagierten und traditionsbewussten Inderinnen wiederentdeckt. Heutzutage ist Bharatanatyam nicht mehr aus dem kulturellen Leben Südindiens wegzudenken. Weltweit ist er der indische Tanz mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.

Das Repertoire des Bharatanatyam ist sehr vielseitig. Es verbindet kraftvolle Bewegungen mit Anmut. Neben abstrakten Bewegungsabläufen bestehen erzählerische Elemente, in denen die Tänzerin / der Tänzer dem Publikum Inhalte aus hinduistischen Mythen und indischer Literatur vermittelt. Diese werden mit Hilfe von Handgesten (mudras), Mimik und Körpersprache ausgedrückt.  Unterstrichen wird der Tanz durch wunderschöne farbenfrohe Kostüme und Schmuck.

Das Training des Bharatanatyam fördert Fitness, Ausdauer und Körperkoordination. Darüber hinaus hat es ähnlich dem Yoga eine positive und ausgleichende Wirkung auf Geist und Seele.

Weiter unten befindet sich eine ausführlichere Beschreibung von Bharatanatyam.

Nandini unterrichtet den klassischen Tanz Bharatanatyam in Heidelberg und Umgebung. Mehr Informationen hier!

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Ausführliche Informationen zu Bharatanatyam

Bharatanatyam ist ein klassischer Tanz aus Südindien und wird dort schon seit circa 2000 Jahren, natürlich in immer wieder veränderter Form, praktiziert. Die Bezeichnung Bharatanatyam wird auf unterschiedliche Ursprünge zurückgeführt. Natyam ist Sanskrit[1] und bedeutet Tanz. Die Bezeichnung Bharata wird z.B. auf Bharata, den Verfasser des Natyashastra[2] zurückgeführt. Der Tanz entstand in hinduistischen Tempeln, in denen er aufgeführt wurde, um die Götter zu verehren, indem man sie wie Fürsten mit Tanz und Gesang unterhielt. Nach einer Phase des Niedergangs unter der britischen Kolonialherrschaft wurde er von engagierten und traditionsbewussten Inderinnen wiederentdeckt. Heutzutage ist Bharatanatyam nicht mehr aus dem kulturellen Leben Südindiens wegzudenken. Weltweit ist er der klassische indische Tanz mit dem höchsten Bekanntheitsgrad.

Das Repertoire des Bharatanatyam ist sehr vielseitig. Es verbindet kraftvolle Bewegungen mit Anmut. Neben abstrakten Bewegungsabläufen bestehen erzählerische Elemente, in denen die Tänzerin / der Tänzer dem Publikum Inhalte aus hinduistischen Mythen und klassischer indischer Literatur vermittelt. Diese werden mit Hilfe von Handgesten (Mudras), Mimik und Körpersprache ausgedrückt. Unterstrichen wird der Tanz durch farbenfrohe Kostüme und Schmuck.

Der Unterricht konzentriert sich anfangs auf grundlegende Bewegungsabläufe des Bharatanatyams, die sogenannten Adavus. Diese bilden verschiedene Gruppen, wobei die Bewegung der Beine und Füße (Schritte, Sprünge, Formen des Schlagens mit dem Fuß) innerhalb der einzelnen Adavu-Gruppe einander ähneln und Variationen eines grundlegenden Bewegungstyps sind. Hier ist besonders die gleichzeitige, oft zueinander asymmetrische Bewegung von Armen und Beinen eine wichtige Übung für Konzentration und Körperkoordination. Diese machen bei rein abstrakten Tänzen auch einen besonderen Reiz für den Zuschauer aus.

Neben dem Erlernen von Adavus wird der Schüler auch an die Handgesten (Mudras) und ihre Bedeutungen in verschiedenen Kontexten herangeführt. Darüber hinaus wird z.B. die Koordination der Augen und des Halses erlernt. Ein besonderer Aspekt sind die neun Gefühlsregungen [3] (Liebe, Mitleid, Ärger, Stolz, Überraschung, Ekel, Freude (bzw. Häme), Angst, Frieden [in der Meditation]), deren Ausdruck erlernt wird.

Im Laufe der Tanzausbildung wird ein Repertoire verschiedener Tanzarten gelernt. Diese unterscheiden sich voneinander im Einsatz von abstraktem und erzählenden, darstellenden Aspekten, in Komplexität, Stimmung und in der Thematik, falls es sich um einen erzählenden Tanz handelt. Begonnen wird meist mit zwei rein abstrakten Arten von Tänzen. Die darauffolgenden Tänze enthalten einen darstellenden Teil, in denen einzelne Götter und ihre Taten, aber auch der Inhalt von Heldenepen und Liebesgeschichten thematisiert werden. Der Inhalt wird dabei über Mudras und den Ausdruck von Emotionen vermittelt, die meistens mit dem Text des Musikstückes in Verbindung stehen.

Da Bharatanatyam einen spirituellen Ursprung hat, beinhaltet er noch heute Rituale und Traditionen, die neugierig auf die südindische Kultur machen. Dieser Einfluss spiegelt sich z.B. im Namaskar(am), der Begrüßung wieder. Mit dieser Handlung begrüßt die Tänzerin vor jedem Auftritt, aber auch jedem Unterricht, die Götter, die Lehrer und die übrigen Menschen. Zuvor bittet sie in einer respektvollen Geste die Göttin der Erde um Verzeihung, dass sie sie beim Tanz mit den Füßen tritt.

Das Training des Bharatanatyam fördert Fitness, Ausdauer und Körperkoordination. Darüber hinaus hat es ähnlich dem Yoga eine positive und ausgleichende Wirkung auf Geist und Seele.

Nandini unterrichtet den klassischen Tanz Bharatanatyam in Heidelberg und Umgebung. Mehr Informationen hier!


[1] Sanskrit ist eine der alten Schriftsprachen Indiens und nimmt im Bereich Südasien eine ähnliche Rolle ein, wie im europäischen Raum das Latein. Die meisten alten philosophischen Abhandlungen, aber auch Göttermythen und Rechtstexte sind in Sanskrit verfasst.

[2] Das Nātyashāstra ist eine Abhandlung zu Tanz und Theater in Sanskrit und behandelt Themen wie Ausdruck, Kostüme, aber auch die dem Tanz zugrunde liegende Philosophie. Neben Bharatanatyam bezieht man sich auch in den meisten anderen klassisch-indischen Tanzstilen auf das Nātyashāstra. Sein Inhalt hat jedoch auch  Theaterformen wie Kutiyattam beeinflusst.

[3] Sanskrit: nāvarāsā

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